So muss Sommer! Spontan nach Sardinien, Tag 1-3

Tag 3:

Nach Brexit zum Frühstück, was sich zwar anhört wie ein schlechter Vollkorn-Cerealien-Mix, aber weitaus einschneidendere Veränderungen mit sich bringt als eine ballaststoffbedingte optimierte Verdauung, kann mich heute nichts mehr erschüttern. Thought so.

Soweit verlief der Strandtag in Cala di Volpe auch fantastico - Sole, Sabbia, Mare, alles vom feinsten.

 

Da war die Welt noch in Ordnung. Cala di Volpe.
Da war die Welt noch in Ordnung. Cala di Volpe.

In allem Übermut über den bisherige TOP Verlauf meines lonesome Trips stand am Abend nun noch ein Besuch des sardischen Weinguts Vigne Surrau am Programm, um ein paar sardische Vermentini, einen meiner Lieblings-Weißweine, zu verkosten. Ganz so ohne Weißwein geht's doch auch nicht.

Und Hochmut kommt ja bekanntlich vor dem Fall.

 

Vermentino-Degustazione. Vom feinsten.
Vermentino-Degustazione. Vom feinsten.

Da man als kreislaufschwache Mitteleuropäerin das Haus nie ohne Wasserfläschchen verlassen sollte, schon gar nicht bei 37 Grad, hab ich ebendiese in meine schicke Italo-Designer-Handtasche gesteckt. Und fortan nahm das Unglück seinen Lauf und zeigt einfach nur, dass ich aus meinem Wasserflaschen-Handtaschen-Burberry-Trenchcoat-Malheur in Florenz NICHTS gelernt habe. Diese Drecks-Italo-Mineralflaschen schließen nämlich NICHT zu 100% und so zog ich mein Handy patschnass aus der Handtasche, nachdem mir das Wasser schon beim Kreuz durch die Ledertasche hindurch runtergeronnen ist. Grande Freude. Ein paar Fotos sind mir noch gelungen, bevor das iPhone schlierentechnisch komplett durchgedreht hat. Dass ich dem gleichgetan habe, brauche ich nicht weiter auszuführen. 

Somit findet mein Foto-Reisetagebuch leider ein jähes Ende und ich danke euch für eure bisherige folgsame Aufmerksamkeit. Ich werde mir zur Beruhigung nun ein, zwei Campari Spritz reinstellen und einfach hoffen, dass diese Schlieren sich morgen über die Häuser gehaut haben. Ansonsten seh ich mich bereits am Montag um 09:00 braungebrannt und auf die Knochen verzweifelt in der SCS um den Preis eines neuen Displays feilschen.

Cin cin, Ragazzi!


Tag 2:

Da mich viele gefragt haben, wie denn das einsame Dinner gestern Abend war: Weltklasse. Ich wurde neben 3 betagten Italienerinnen mit ausgeprägtem Damenspitz platziert - der Kellner scheint mein Fitting-Potential gleich erkannt zu haben, und diese Signorine hatten die größte Gaude damit, dass ich meine Goldbrasse mit einer Riesenportion Tomatensalat mit fest Zwiebel geordert habe. "Speriamo che lei non bacerò nessuno stanotte" (hoffen wir sie küsst heute keinen mehr) konnte ich vom Nebentisch hören. Eigentlich müsste man den Salat Zwiebelsalat mit Tomatengarnitur nennen. Ein RIESENVORTEIL wenn man alleine reist.

Zwiebelsalat
Zwiebelsalat

So, aber nun zum 2. Tag. Tagwache 09:30 mit Frühstück in gedrückter italienischer Fußballlaune. Meinem Frühstücksguster hat das keinen Abbruch getan, 3 Proscuitto Cotto Brötchen später bin ich losgefahren - der Wochenmarkt in San Pantaleo stand am Programm. Ein Halli-Galli vom Feinsten mit Saxophon Spieler mit Top-Beschattung, Kunst, Vintage-Klumpat und Italo-Fetzen. 

Gegen Mittag bin ich dann bei flockigen 33 Grädern in Richtung Strand aufgebrochen. Die Recherche, zu welchem, hat mich gute 1,5 h gekostet, weil die Auswahl an Buchten einfach unendlich ist. Obwohl ich schon so viele unterschiedliche Badehotspots gesehen habe und jeder etwas für sich hat, wollte ich mir heute mal was Neues ansehen - nämlich die Gegend bei Golfo Aranci, etwas südlicher von der Costa Smeralda.

Mit Sonnenschirm und Marktobst im Gepäck, Italomucke & Klimaanlage im Auto auf Anschlag, Fenster unten & Ellbogen raus gings über Stock und Stein, Schlaglöcher so tief wie Tiroler Täler. Eine halbe Stunde später war ich mutterseelenallein eingebettet in ein Naturreservat an folgendem Wahnsinnsort:

Cala Moresca.
Cala Moresca.

Dennoch: Ruhe und Idyll, nichts für mich. Ich habe bei einem leichten Lüfter wie eine Wilde um die Standhaftigkeit des Sonnenschirms gekämpft. Dieser Kampf hatte zur Folge, dass ich währenddessen schön angebruzelt bin, vor allem an jenen Stellen, um die man sich allein nicht kümmern kann. Das wäre bisher der einzig wahre Nachteil am Alleinreisen, der auch vernachlässigbar wäre, wenn hier ein bisschen mehr, oder besser gesagt, überhaupt Touristen, oder im Idealfall, fesche Italiener zu gegen wären, die das Sonnenspray schwingen.

Wie auch immer, dieser neu entdeckte Beach zählt ab sofort zu meinen Favoriten. Findet hier meine Top 5 Strände für den Nordosten Sardiniens.

  1. Spiaggia Piccolo Pevero bei Porto Cervo
  2. Spiaggia San Teodoro bei Olbia
  3. Spiaggia Cala Moresca bei Golfo Aranci
  4. Spiaggia La Celvia bei Porto Cervo
  5. Spiaggia del Principe bei Porto Cervo

So, und nun ist es auch schon wieder Zeit für meine Orata alla Griglia und meinen Zwiebelinsalata mit Tomatengarnitur. Bis morgen, ciao ciao.

 


Tag 1:

Einfach mal spontan über die Häuser hauen!

Der geniale Sommerflugplan von Fly Niki an die Costa Smeralda hat mir endlich das Summerfeeling beschert, auf das ich schon sehnsüchtig seit 3 Wochen warte und das ich - so wie die fußballfreien Abende meines Freundes - bereits abgeschrieben hatte.

So ließ ich dem Freund den Fußball und hab mich gleichzeitig an ein Experiment gewagt: das erste Mal alleine verreisen, ohne dass jemand an der Urlaubsdestination auf mich wartet.

 

Nach 1h10 min reiner Flugzeit von Wien war ich um 08:00 früh auch schon auf der schönsten Mittelmeerinsel der Welt ;). Sogar die Mietwagenübernahme hat länger gedauert! Auch wenn es mittlerweile mein 6. Besuch auf dieser Insel ist, ist es jedesmal so schön wie beim ersten Mal.

 

Lest hier, wie es mir denn so jeden Tag ganz alleine in Mitten von sensationellem Essen, traumhaften Buchten und internationalem Jet-Set geht.

Tja, wenn man allein unterwegs ist, führt kein Weg am Selfie vorbei.
Tja, wenn man allein unterwegs ist, führt kein Weg am Selfie vorbei.

Kurzer Exkurs in die Geographie:

Die Costa Smeralda ist ein ca. 20 km langer Küstenstreifen im Nordosten von Sardinien, der vor allem für den Jet-Set in Porto Cervo bekannt ist. Wahrlich stehen in den smaragdfärbigen Buchten Yachten, die die Weltranglisten anführen (oben im Foto im Übrigen die 156 m lange Nr. 25 von dieser Liste)

Costa Smeralda
Master-Beach: Spiaggia Piccolo Pevero bei Porto Cervo

Dort ein Hotel mit Strandzugang zu finden, ist für Normal-Verdiener schier unfinanzierbar (1 W DZ zB ab 14.000 EUR - vierzehntausend!).

Bei all der Schönheit der vielen kleinen Buchten macht ein Hotel mit Strandzugang auch wenig Sinn, denn wer will schon bei all diesem Karibik-Feeling an nur einem Strand bleiben?

 

Viel smarter: ich steige bereits zum 4. Mal in dem super charmanten, familiengeführten B&B "La Borgata" in San Pantaleo,  im Hinterland von Porto Cervo ab, wo ich mittlerweile wie ein Familienmitglied empfangen werde. Porto Cervo ist 10 Autominuten (Mietauto!) entfernt - und so auch die Top-Strände der Insel, Kostenpunkt 50 EUR für die Nacht inkl. Frühstück.

 

Gerade für einen spontanen Erholungskurztrip eignet sich die Costa Smeralda perfekt. Bei mehreren Tagen (>5) würde ich allerdings empfehlen, noch einen weiteren Teil dieser Insel zu erkunden bzw. eine Rundreise zu machen, zum Bsp. den Süden (Cagliari, Costa Rei) oder den Nordwesten rund um das entzückende Städtchen Alghero  - dieses kleine, ehemalige katalanische Städtchen muss man gesehen haben!

Mein Pensionstraum. Eine Villa in Piccolo Pevero mit dieser Aussicht.
Mein Pensionstraum. Eine Villa in Piccolo Pevero mit dieser Aussicht.

So, aber nun zurück zu meinem Experiment.

Den ersten Tag hab ich dann also gleich nach der Ankunft an meinem Lieblingsstrand neben Porto Cervo verbracht. Er nennt sich Spiaggia Piccolo Pevero, ist öffentlich zugänglich und bietet kristallklares Wasser und filmreife Aussichten (inkl. in Militär-Tarnzeug-eingewickelten Paparazzi in den Büschen, die versuchen, einen Lucky Shot von einer der cruisenden Yachten zu erhaschen). Die Mittagspause habe ich mit meinem Lieblingstrandsessen aus dem SuperMercato überbrückt (es gäbe on Site auch Lunchoptionen um 100 EUR): ein Panino mit Prosciutto Cotto (nicht Crudo!) und Tomaten. Für die richtige Würze hab' ich einfach die Tomaten im Meerwasser abgewaschen und hatte einen Top Mittagssnack um 2,90 EUR. Von wegen, Sardinien sei teuer. Man muss nur wissen wie.

Das Anser-Menü. Panino con Prosciutto Cotto & Pomodori al Meerwasser.
Das Anser-Menü. Panino con Prosciutto Cotto & Pomodori al Meerwasser.

Und so ist auch schon der erste ganze Strandtag all on my own in meiner kleinen, privaten Bucht, die ich Kitten Beach getauft habe, mit Kindle und Italo-iPhone-Beschallung wie im Flug vergangen - ganz ohne Langeweile, ganz ohne Wehmut, allerdings mit ein bisschen Wermut ;).

Auch ein Aperitivo muss sein.
Auch ein Aperitivo muss sein.

Ein bisschen Bammel hab ich jetzt vorm Abendessen, da diese Italiener ja meist in 10er Gruppen in Lokalen auftauchen und für die eine/r allein am Tisch vielleicht schon ein bisschen ein armseliges Bild abgibt. Aber mehr dazu morgen!