48 h Alpe-Adria-Feeling - Kitten on tour in Friaul und Venedig.

Mit jedem Sonnenstrahl mehr, der es nach einem langen, dunklen, warmen Winter durch die Wolkendecke schafft, verstärkt sich im Frühjahr meine Sehnsucht nach Italien - und das exponentiell.

So war es ein Segen, dass die heurigen Osterfesttage nicht allzu spät fielen, um meinen Italo-Hunger sprichwörtlich wie auch im übertragenen Sinne, zu stillen.

 

Mangels strandtauglicher Temperaturen wurde der Programmfokus auf den für mich ebenso wichtigen Bereich "italienische Kulinarik und Önologie", gelenkt, was nicht weniger Spaß machte als Sonnentanken.

 

Hier präsentiere ich euch meine Programmhighlights und Empfehlungen von meinem 48 h Alpe-Adria Trip. Buon Divertimento!

Cividale del Friuli - der Stadtkern.
Cividale del Friuli - der Stadtkern.

Cividale del Friuli.

Etwa 18 km östlich von Udine liegt dieses kleine, verschlafene Nest  - keine 7 km von der Slowenischen Grenze entfernt. Geschichtlich hat dieses mittelalterlich-anmutende Städtchen einiges mitgemacht, was ich an dieser Stelle nicht weiter erwähnen werde, denn: viel interessanter sind Wein- und Essenskultur.

 

Eingebettet ist dieser Ort in die "Collie Orientali", zu deutsch " östliche Hügel", eines der italienischen Weingebiete mit einem starken Fokus auf Anbau von DOC und DOCG Weinen.

Als ein solcher Weinproduzent gilt auch die Azienda Agricola "Il Roncal" - ein Agriturismo-Weingut mit einem alten Landhaus auf dem klingenden Hügel "Montebello".

Neben einer Weinverkostung haben wir hier 2 Nächte verbracht und waren vom Ambiente, der Umgebung, der Liebe zum Detail totalo begeistert.

Kulinarische Grenzerlebnisse

Dieses Grenzgebiet Italiens, das geschichtlich ja einiges mitgemacht hat und Jahrhunderte lang als Armengebiet Italiens gegolten hat, ist stark geprägt von einer Küche, die seinerzeit aus der Armut heraus entstanden ist. Auch wenn diese Region heute zu den reichsten Italiens gehört, findet man auf der Speisekarte viele Armen-Gerichte mit einfachen Zutaten wie Polenta, Rüben, Bohnen, Sauerkraut und allerlei Innereien. Zusammengefasst - alles sehr rustikal & stark beeinflusst von slowenischer & österreichischer Küche - weit weg von Pizza, Pasta und Tiramisu. Ins Nirvana schlemmen kann man sich hierbei in der Enoteca de Feo im Ortskern von Cividale.

Risotto mit Salsiccia & Radicchio.
Risotto mit Salsiccia & Radicchio.

Ein Abstecher nach Venedig.

Am nächsten Tag stand mangels Schönwetter ein Ausflug ins 130 km entfernte, dort sonnige, Venedig am Programm. Vorweg - die Kombi aus Lagunenstadt & Ostersonntag ist keine empfehlenswerte. Jeder Touri, der nicht in Rom war, schien an diesem Tag in Venedig gewesen zu sein und stellte uns schon bei der Anfahrt zum Parkhaus SanMarco auf eine 1,5 h Geduldsprobe.

Schussendlich hat dieser Ausflug zumind. für einen Cappuccino außergewöhnlicher Qualität bei Torrefazione Cannaregio (Mini-Stehcafé & Kaffeerösterei im Italo-Style mit sehr starker Einheimischen-Frequenz), einen kleinen Streit mit meinem Freund aufgrund des kurzfristigen Wegwerfens sämtlicher meiner Nerven, ein Panino und 26 Euronen im Parkhaus gereicht. Solltet ihr eine Empfehlung haben, WANN in welcher Jahreszeit ein geeigneter Zeitpunkt für eine einigermaßen gemütliche Erkundung von Venedig wäre, lasst es mich bitte wissen. Ich gebe nicht auf, diese Stadt einmal im Leben in Ruhe gesehen zu haben.

 

Die Flucht ans äußerste Ende im Golf von Venedig: Grado.

Dieses nette Lagunenstädtchen mit mittelalterlichem Kern ist von Mai bis August fest in österreichischer Hand - und dazwischen ein beliebtes Ausflugsziel von vielen Italienern, die die Lust auf Meer & gutes Essen packt.

Strand-und meerseitig unterscheidet sich dieser Adria-Abschnitt nicht wirklich von anderen Hotspots wie zB Lignano oder Jesolo - allerdings finde ich gerade in Grado das Ambiente aufgrund der netten Innenstadt am italienischsten und romantischsten <3.

Meine Tipps für Grado:

  • Campari-Aperitivo am Lungomare
  • Abendessen im Restaurant "Altogradimento" mit atemberaubendem Blick über Lagune & Altstadt
  • Übernachten & Wellness im Hotel Laguna Palace

San Daniele - die Heimat der Prosciutto-Fresser.

Am Ende unserer Tour, schon am Weg retour in die Heimat, haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp in San Daniele del Friuli eingelegt. Obwohl wir von den zweitägigen Fresskapaden davor ohnehin bis obenhin randvoll waren, konnten wir nicht eher nach Hause zurückkehren, ohne nicht auch ein Hackerl unter diesen Hotspot gesetzt zu haben. On Top des friulanischen Hügelgebiets präsentiert sich verschlafen das "kleine Siena des Friauls", welches sich alljährlich im Juni, beim mehrtägigen San Daniele Schinkenfest, von seiner besten Seite zeigt. Am Ostermontag konnte man von diesem bunten Treiben wahrlich nichts erahnen, denn der Ort war quasi ausgestorben und mit Ach und Krach haben wir sage und schreibe 1 Enothek sowie 1 offenes Restaurant gefunden, wo sich natürlich alles um das mind. 11 kg Schweins-Haxerl dreht.

Mangels Alternativen kann ich hiermit nur 2 Empfehlungen aussprechen, die allesamt gediegene Ware offerieren:

Abschließend sei zu erwähnen, dass man die Macht des Osterfestes in Italien keinesfalls unterschätzen sollte. Diese äußert sich - mit Ausnahme von Venedig - darin, dass 

a) fast alles geschlossen hat

b) kaum irgendwo Entertainment-Programm geboten wird.

 

Nachdem das nächste Osterfest allerdings noch ein bisschen auf sich warten lässt, könnt ihr in den nächsten 12 Monaten bei einem 48 h Alpe-Adria-Ausflug mit meinen Tipps quasi nichts falsch machen.

 

A presto, 

Sabrina

Kommentar schreiben

Kommentare: 0